Die magnetischen Eigenschaften von Edelstahl haben schon immer für viel Aufsehen gesorgt. Während einige glauben, Edelstahl sei aufgrund seiner Zusammensetzung von Natur aus nicht magnetisch, argumentieren andere, dass das enthaltene Eisen ihn magnetisch mache. Die Wahrheit ist jedoch eine Mischung aus beiden Ansichten.
Eine eingehende Betrachtung von Edelstahl und seinen magnetischen Eigenschaften
Edelstahl, eine weit verbreitete Metalllegierung, besteht aus Elementen wie Eisen, Chrom, Silizium, Kohlenstoff, Stickstoff und Mangan. Zu seinen bemerkenswerten Eigenschaften zählen Korrosionsbeständigkeit und Anlaufbeständigkeit. Damit ein Metall als „rostfrei“ bezeichnet werden darf, muss es mindestens 10,5 % Chrom und maximal 1,2 % Kohlenstoff enthalten.

Die magnetischen Eigenschaften von Edelstahl werden durch seine chemische Zusammensetzung und Kristallstruktur beeinflusst. Während Ferrit- und Eisenstrukturen dem Edelstahl magnetische Eigenschaften verleihen, kann ein hoher Austenitanteil diese Eigenschaften aufheben und die Legierung nichtmagnetisch machen.
Das vielfältige magnetische Sortiment aus Edelstahl
Edelstahl ist ein Oberbegriff für eine Vielzahl von Legierungen mit jeweils spezifischen Eigenschaften. Diese lassen sich grob in folgende Kategorien einteilen:
1. Austenitische Edelstähle
Legierungen wie 304 und 316 fallen in diese Kategorie und sind aufgrund ihrer überwiegenden Austenitstruktur typischerweise nicht magnetisch. Durch spezielle Behandlungen lässt sich jedoch Magnetismus induzieren.
2. Ferritische Edelstähle
Legierungen der 400er-Serie sind magnetisch, was auf ihren signifikanten Ferritgehalt zurückzuführen ist.
3. Duplex-Edelstähle
Diese Stähle sind magnetisch, dank der Mischung aus austenitischen und ferritischen Kristallen.
4. Martensitische Edelstähle
Edelmetalle der Güteklassen 410, 420 und 440 sind von Natur aus magnetisch.
5. Irrtümer über Edelstahl und Magnetismus
Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass das magnetische Verhalten eines Edelstahlteils dessen Echtheit bestätigen kann. Viele nehmen an, dass Edelstahl nicht echt ist, wenn ein Magnet daran haftet. Wie bereits erwähnt, ist die magnetische Eigenschaft von Edelstahl jedoch vielschichtig und lässt sich nicht allein durch einen Magnettest feststellen.
Edelstahlarten-Tabelle Bestimmung der Zusammensetzung von Edelstahl
Zur genauen Bestimmung der Zusammensetzung von Edelstahl ist eine umfassende chemische Analyse unerlässlich. Diese kann erreicht werden durch:
SpektrometerDiese Geräte messen die Intensität des Lichtspektrums, um die Elemente im Material zu identifizieren.

Zusammensetzungsanalyse von Edelstahl mittels Spektrometer
WerksprüfzeugnisDiese Dokumente bestätigen die chemischen und physikalischen Eigenschaften eines Materials und gewährleisten, dass es internationalen Standards entspricht.

304 DQ BA MTC
Professionelle PrüfagenturenDiese Einrichtungen besitzen die erforderlichen Werkzeuge und Kenntnisse, um die Zusammensetzung von Edelstahl genau zu bestimmen.
Der Einfluss von Magnetismus auf Edelstahl
Magnetismus kann die Funktionalität von Edelstahl beeinträchtigen, insbesondere bei Prozessen wie dem Schweißen. Magnetische Werkstoffe können den Schweißlichtbogen stören und dadurch zu minderwertigen Schweißnähten führen.
Abschluss
Die magnetischen Eigenschaften von Edelstahl sind komplex und hängen von der jeweiligen Legierung und ihren Bestandteilen ab. Ein umfassendes Verständnis dieser Eigenschaften ermöglicht fundierte Entscheidungen für vielfältige Anwendungen.
Veröffentlichungsdatum: 14. August 2023








