Die Geschichte des Edelstahls
Die Geschichte vonEdelstahl Die Idee entstand durch eine zufällige Entdeckung Anfang des 20. Jahrhunderts. 1913 entdeckte der britische Metallurge Harry Brearley bei seinen Forschungen zu verschleißfesten Werkstoffen für Gewehrläufe, dass eine Chrom-Eisen-Legierung korrosionsbeständig ist. Diese Erfindung wurde zunächst als „rostfreier Stahl“ und später als „Edelstahl“ bezeichnet. Brearley war auch der Erste, der Edelstahl erfolgreich kommerzialisierte. Zunächst verwendete er ihn zur Herstellung von Geschirr, das zugleich der erste martensitische Edelstahl war.
Fast zeitgleich entwickelte die deutsche Firma Krupp unabhängig davon einen weiteren austenitischen Edelstahl mit Nickelzusatz. Dieser Edelstahl wies eine höhere Zähigkeit und Korrosionsbeständigkeit auf und wurde zum Vorläufer des heute weit verbreiteten Edelstahls 304.
Herstellungsprozess von Edelstahl
Schmelzen & Gießen:Der Prozess beginnt mit dem Schmelzen der charakteristischen Rohstoffe in einem Elektrolichtbogenofen bei extrem hohen Temperaturen. Dabei verflüssigen sich die Elemente, und sobald sie vollständig geschmolzen und vermischt sind, werden sie in Formen gegossen, um feste Objekte zu erzeugen.
Verfeinerung:Der Stahl durchläuft nach dem Gießen Raffinationsprozesse. Dazu gehört die Argon-Sauerstoff-Entkohlung (AOD), die den Kohlenstoffgehalt reduziert und Verunreinigungen entfernt. Dieser Schritt verbessert die Stahlqualität und stellt sicher, dass der Stahl die exakten Normen erfüllt.
Bildung:Die Formgebung des veredelten Stahls durch Warm- oder Kaltwalzen ist der nächste Schritt. Warmwalzen findet bei hohen Temperaturen statt und erzeugt große Bleche, Platten, Stangen und Drähte. Kaltwalzen erfolgt bei Raumtemperatur und ermöglicht engere Toleranzen und glattere Oberflächen für präzise Anwendungen.
Wärmebehandlung:Die Optimierung der Materialeigenschaften erfolgt im nächsten Schritt durch Wärmebehandlungsverfahren wie das Glühen. Beim Glühen wird der Stahl auf eine bestimmte Temperatur erhitzt und anschließend langsam abgekühlt, wodurch innere Spannungen abgebaut und die Duktilität verbessert werden. In nachfolgenden Bearbeitungsschritten wird das Metall durch Wärmebehandlungen besser verarbeitbar.
Entkalkung:Nach der Wärmebehandlung können sich auf der Stahloberfläche Oxidschichten bilden, die die Eigenschaften des Stahls beeinträchtigen. Durch chemische Verfahren mit Säuren, wie beispielsweise Beizen oder mechanische Reinigung, lassen sich diese Defekte wirksam beseitigen.
Abschluss:Die endgültige Oberflächenbearbeitung von Edelstahl erfolgt durch Verfahren wie Schleifen und Polieren, um die gewünschte Oberflächengüte zu erzielen. Diese Prozesse beseitigen raue Kanten und Oberflächenunebenheiten, um spezifische Anforderungen zu erfüllen.
Bearbeitung & Fertigung:Die präzise Bearbeitung von Stahl durch Schneiden und Zerspanen umfasst Techniken wie Bohren, Fräsen, Drehen und verschiedene Schneidverfahren. Anschließend können Bauteile durch Nachbearbeitung, Schweißen, Verschrauben und Befestigen zu Baugruppen zusammengefügt werden.
Eigenschaften von Edelstahl
EdelstahlEs handelt sich nicht um einen einzelnen Werkstoff, sondern um eine vielseitige Legierungsfamilie. Ihr Hauptvorteil liegt in der optimalen Kombination aus Korrosionsbeständigkeit, Festigkeit, einfacher Verarbeitung, Hygiene und ansprechender Optik. Die Auswahl der richtigen Legierung muss auf Grundlage der spezifischen Umgebungs-, mechanischen und fertigungstechnischen Anforderungen der jeweiligen Anwendung erfolgen.
Korrosionsbeständigkeit
Die Chromoxidschicht von Edelstahl ist ein charakteristisches Merkmal und dient als Schutzschild, der die Beständigkeit des Materials gegen Rost, Oxidation und aggressive Chemikalien verbessert.
Festigkeit und Haltbarkeit
Edelstahl ist aufgrund seiner hohen Zugfestigkeit ein bekanntes Metall. Diese Eigenschaft ermöglicht es ihm, Verschleiß, Stößen und Ermüdung standzuhalten. Dadurch eignet er sich hervorragend für Anwendungen, bei denen strukturelle Festigkeit und Tragfähigkeit erforderlich sind.
Hygienisch und sterilisierbar
Dank seiner porenfreien und glatten Oberfläche lässt sich Edelstahl leicht reinigen, wodurch die Ansammlung von Schmutz und Bakterien verhindert wird. Diese Legierungen weisen eine hervorragende Beständigkeit bei hohen Temperaturen auf und sind chemisch inert. Aufgrund dieser Eigenschaften können sie sowohl mit Flüssigkeiten als auch mit Dampf sterilisiert werden, was sie zu einem äußerst wertvollen Werkstoff in der Lebensmittelverarbeitung und im Gesundheitswesen macht.
Ästhetische Wirkung
Edelstahl hat eine elegante, reflektierende Oberfläche, die ihm ein modernes Aussehen verleiht und ihn zu einem Standardmaterial für Haushaltsgeräte, Geländer und Innenausstattungselemente wie Aufzüge macht.
Abschluss
Das Geheimnis von Edelstahl liegt in seiner Chrombasis. Durch die raffinierte Mischung der Elemente und die Kontrolle der Mikrostruktur wird künstlich ein Legierungsmaterial erzeugt, das selbstständig einen Schutzfilm auf der Stahloberfläche bildet und repariert, wodurch es in zahlreichen Anwendungsbereichen unersetzlich ist.
Veröffentlichungsdatum: 09.01.2026








